Eröffnung von [statement & dialogue] in der Klosterruine Berlin

Die Klosterruine im Zentrum Berlins gehört zu einer der letzten Gebäuden aus der Gründungszeit der Stadt. Nach vielfältigen Nutzungen (Sakraler Ort, Druckerei, Schule) wurde das gotische Ensemble im zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen und durch den Infrastrukturausbau, besonders dem U-Bahnbau in seinen heutigen ruinösen Zustand versetzt. Zugleich ein Fluch und Segen für diesen schlummernden Ort am Rande des pulsierenden Zentrums, des Alexanderplatzes. Nach jahrelanger Nutzung als Rückzugsort – für Kunst, aber auch für wildes und ungebändigtes Leben, erfährt der Ort nun im Zuge der geplanten Neugestaltung des gesamten Stadtgebiets rund um die Klosterstraße, neue Aufmerksamkeit. Das Kulturamt Berlin-Mitte, dem Facheigentümer des Ortes, möchte dieses widersprüchlich harmonische Areal ins Zentrum einer neuen diskursiven Auseinandersetzung mit dem Thema Stadt, Kunst und Umgang mit histrorischen Denkmälern stellen.
Energetisch Aufgeladen stellt dieser Ort einmalige Perspektiven bereit, der Postmodernes so selbstverständlich in das Mittelalterliche einbeziehen. Die lärmende Stadt, die an der Rückseite der Ruine unter großen Bäumen eine schattige Ruhe erfährt. Ein Fotomotiv par excellence, so unbekannt wie auch erwartungsvoll – die von gotischen Formen eingeschlossene Kugel des Fernsehturms. Ein Abbild Berlins – die größte Discokugel der Stadt projiziert auf einen verlassenen, aufgeladenen Ort?

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Mit der ersten Ausgabe von [statement & dialogue] nährt sich ein Ausstellungszyklus dem vielschichtigen Areal. Die Künstler Luc Wolff und Patricia Detmering beziehen sich mit der Rauminstallation „Baustelle“ (Luc Wolff) und Videoinstallation „Antipod“ (Patricia Detmering) unmittelbar auf den historisch/ aktuellen Ort und nehmen zwei zeitgenössische Positionen ein, die die Ruine zitieren , perspektivisch erweitern und Besucher und den Ort selbst herausfordern und bespielen. Der aktuelle Ausstellungszyklus läuft vom 2. September bis 31. Oktober 2016.

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KlangKultur übernahm die Technische Koordination & Beratung für diesen ersten Ausstellungszyklus und betreute und gestaltete die Eröffnungsveranstaltung.

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